TEE trifft Vindobona

Sichtbar auch für Gäste !
Forumsregeln
Sichtbar auch für Gäste !
Antworten
docdevil
Beiträge: 53
Registriert: Mo 13. Dez 2010, 10:12
Modellbahn: HO (1:87)

TEE trifft Vindobona

Beitrag von docdevil » Mo 17. Sep 2018, 11:41

Am gestrigen Tag habe ich den verkaufsoffenen Sonntag in Nürnberg gescheut und bin stattdessen lieber ins DB-Museum. Dort ist aktuell im Außengelände die Sonderausstellung "TEE trifft Vindobona", im Rahmen derer zwei Triebköpfe (und mehr) zur Besichtigung einladen.
https://photos.app.goo.gl/u77J3s8TDEUVNvtt8
Viel Spaß beim Gucken,
Martin

Klaus M
Beiträge: 1282
Registriert: Mo 13. Dez 2010, 10:44
Modellbahn: nur Z (1:220)
Wohnort: Metz-/Möhr-ingen
Kontaktdaten:

Re: TEE trifft Vindobona

Beitrag von Klaus M » Mo 17. Sep 2018, 12:22

Danke, tolle Bilder

Klaus

Gunnar Häberer
Beiträge: 1993
Registriert: Fr 10. Dez 2010, 19:47
Wohnort: Deutschland

Re: TEE trifft Vindobona

Beitrag von Gunnar Häberer » Mo 17. Sep 2018, 13:41

Sehr schön!
Zwei Fahrzeuge, wie sie aus meiner persönlichen Sicht die technische Entwicklung in den beiden deutschen Staaten nicht besser dokumentieren könnten! Irgendwie gleich und trotzdem getrennt!
Verzeiht mir bitte, aber für mich ist immer noch der Vindobona der Schnittigere von den Beiden.

Tom aus Berlin
Beiträge: 640
Registriert: Mo 13. Dez 2010, 12:57
Modellbahn: nur Z (1:220)
Wohnort: Berlin

Re: TEE trifft Vindobona

Beitrag von Tom aus Berlin » Mo 17. Sep 2018, 14:22

Hallo Gunnar,
zwischen den 2 Zügen liegen aber auch fast 10 Jahre (V11.5 Baujahr 1957, VT18.16 Baujahr 1965).
Da entwickelt sich nicht nur die Technik weiter, sondern auch die "Verpackung".

mws
Beiträge: 436
Registriert: Mo 13. Dez 2010, 17:26
Modellbahn: HO (1:87)
Wohnort: BW

Re: TEE trifft Vindobona

Beitrag von mws » Mo 17. Sep 2018, 15:34

Tom aus Berlin hat geschrieben:
Mo 17. Sep 2018, 14:22
Hallo Gunnar,
zwischen den 2 Zügen liegen aber auch fast 10 Jahre (V11.5 Baujahr 1957, VT18.16 Baujahr 1965).
Da entwickelt sich nicht nur die Technik weiter, sondern auch die "Verpackung".
...und man hatte auch eine sehr gute Vorlage zum Abkupfern! ;)

Michael

Torsten83
Beiträge: 1837
Registriert: Mo 13. Dez 2010, 08:38
Modellbahn: TT (1:120)
Wohnort: Düsseldorf
Kontaktdaten:

Re: TEE trifft Vindobona

Beitrag von Torsten83 » Mo 17. Sep 2018, 16:30

Hallo,

ich finde nicht, dass der VT 18.16 der DR ein optisch abgekupferter VT 11.5 der DB war - vielmehr wirkt er auf mich, wie die konseqeunte Weiterentwicklung des SVT 137 155.

Durch die langen Wagenkästen finde ich den VT 18.16 insgesamt optisch ansprechender. Aber ich liebe auch den VT 11.5 - sonst hätte ich nicht so viele Modelle davon ;) sind einfach beides schöne Zugeinheiten :lieb:

Gruß,
Torsten

1987
Beiträge: 788
Registriert: Mo 6. Feb 2012, 14:24
Modellbahn: nur Z (1:220)

Re: TEE trifft Vindobona

Beitrag von 1987 » Mo 17. Sep 2018, 16:34

Tom aus Berlin hat geschrieben:
Mo 17. Sep 2018, 14:22
Da entwickelt sich nicht nur die Technik weiter, sondern auch die "Verpackung".

Genau das ist es doch, was hervorragend dokumentiert, wie Ost und West sich unterschiedlich entwickelt haben oder auch stehen geblieben sind: Der VT 11.5 hat eine Gestaltung erfahren, die noch der Nierentisch-Ära folgt und trotzdem zeitlos geworden ist. Der VT 18.16 der DR ist acht Jahre jünger, greift aber gestalterisch ohne jede Weiterentwicklung nicht nur die grundsätzliche Konzeption (das tut das westdeutsche Pendant auch), sondern fast exakt auch die Gestaltung des da schon rund dreißig Jahre alten Kruckenberg-Triebwagens auf.

Ich möchte das gar nicht werten, sondern wertneutral beschrieben verstanden wissen. Die Voraussetzungen in beiden deutschen Staaten waren höchst unterschiedlich, sie standen sich wie keine zwei anderen Länder dies- und jenseits des Eisernen Vorhangs gegenüber und wollten oder mussten für sich auf ihre Weise glänzen:

- auf der einen Seite Marshallplan-Hilfen, auf der anderen russische Demontagen
- im Westen Zugriff auf Fachkräfte, im Osten massive Probleme durch Flucht in den Westen (Know-how-Verlust)
- Wirtschaftswunder gegen Plan- und damit Mangelwirtschaft


Der VT 18.16 ist für mich durchaus ansprechend geraten, zeigt aber gleichzeitig auch schon die Probleme auf, unter denen die DDR und die Menschen dort zu leiden hatten. Oder anders ausgedrückt, ich finde es beeindruckend, was sie aus den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seinerzeit gemacht haben. Diese verdiente Anerkennung wird aber erst im historischen Kontext deutlich.

Ich bin froh, dass wir diese Zeiten hinter uns gelassen haben und wieder in einem Staat gemeinsam leben dürfen - auch, wenn längst nicht alle Probleme überwunden sind und die "blühenden Landschaften" viel zu viele Jahre lang allenfalls überwucherte Industrieruinen waren.


Holger

eXact Modellbau
Beiträge: 2088
Registriert: Fr 10. Dez 2010, 21:20
Modellbahn: nur Z (1:220)
Wohnort: Bad Doberan
Kontaktdaten:

Re: TEE trifft Vindobona

Beitrag von eXact Modellbau » Mo 17. Sep 2018, 16:51

Mir kommt es so vor, als wenn man beim Design des VT 18.16 darauf geachtet hat, ohne Tiefziehteile auszukommen. Letztendlich kann man alle Flächen durch Abwicklungen konstruieren. Da wird man ein ein Spanten-Metallgestell gebaut haben, und die Blechteile herum gezogen und verschweißt haben. Für einen Formenbau war die Serie viel zu klein.
Aber reine Spekulation. :glas:

Gunnar Häberer
Beiträge: 1993
Registriert: Fr 10. Dez 2010, 19:47
Wohnort: Deutschland

Re: TEE trifft Vindobona

Beitrag von Gunnar Häberer » Di 18. Sep 2018, 05:53

Hallo Micha, ich ärgere mich einfach immer wieder über die so leicht und oberflächlich daher gesagte Meinung, da wäre abgekupfert worden.
Das stimmt einfach nicht!
Die DDR wollte und musste am TEE-Konzept teilnehmen. Was ihr fehlte, waren dazu passende Schienenfahrzeuge. Beim Design hat man sich also dann, wie Holger schon richtig sagte, eher an die Formensprache des Schienenzeppelins von Kruckenberg angelehnt. Und auch Larry's Bemerkung scheint mir sehr zutreffend. Rein technologisch ist man beim Bau wohl eher von den Erfahrungen ausgegangen, die man in Görlitz beim Bau der Doppelstockwagen gewonnen hat. Und diese wurden ganz einfach mit Blechen auf einem Rahmen beplankt und dann mit Wärme und Bello händisch geglättet. Das wurde in Görlitz schon seit Jahrzehnten so gemacht! Schließlich baute man ja vor dem Krieg dort auch den Fliegenden Hamburger!
In den Antriebsgondeln werkelte übrigens eine einmotorige Antriebseinheit mit Strömungsgetriebe, wie sie auch aus der dicken Babelsbergerin bekannt war.
Und nun Michael, sag mir doch bitte noch einmal, wo da abgekupfert wurde? Wenn dem so ist, hat dann Henschel mit seinem 11.5 vielleicht damals vom Fliegenden Hamburger und dessen Nachfolgern (Bauart Köln) abgekupfert? Das Triebwagenkonzept kann man eben nur einmal erfinden. Dann kommt es nur noch darauf an, was man daraus entwickelt. Aber um den 11.5 nachbauen zu können, fehlte der DDR damals trotz des achtjährigen Abstands des Entstehens beider Züge jegliches Knowhow sowie der dazu gehörige Werkzeugmaschinenpark! Um so beeindruckender ist es, was trotz der widrigen Umstände dann auf die Schiene gebracht wurde.

mws
Beiträge: 436
Registriert: Mo 13. Dez 2010, 17:26
Modellbahn: HO (1:87)
Wohnort: BW

Re: TEE trifft Vindobona

Beitrag von mws » Di 18. Sep 2018, 16:45

Hallo Gunnar,

das war eine Meinung aus Tagen vor Modelleisenbahn und Z. Von der Optik her fand ich die beiden gleichartig und konnte sie früher auch schlecht unterscheiden. Als ich dann die Baujahre und die Reihenfolge sah, hatte ich eben den Gedanken: "Gut abgekupfert!" - So war das eben! ;)

Michael

Antworten