FLIXTRAIN und DB IC im Vergleich Köln-Hamburg

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Torsten83
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FLIXTRAIN und DB IC im Vergleich Köln-Hamburg

Beitrag von Torsten83 » So 6. Mai 2018, 21:34

Hallo,

HKX heißt jetzt FLIXTRAIN, sonst ändert sich nix...
Stimmt nicht ganz, denn zumindest häufiger ist der neue unterwegs, das Wagenmaterial ist jedoch das des letzten HKX. Das ist wenig überraschend, denn das als Linie FLX20 bezeichnete Angebot wird weiterhin von der HKX-Schwester BTE durchgeführt, nur sind die Wagen und die MRCE-Lok nun überwiegend grün foliert. Auf der Homepage findet sich nun auch ein FlixTrain-Nachtzug, dieser ist der bereits bekannte BTE-Nachtzug Hamburg-Lörrach. FlixMoblity hat sich viel vorgenommen.

Schon am Tag der Ankündigung der neuen Linie, bzw. der HKX-Neuauflage, buchten wir die Tickets für die Fahrt. Mit günstigen 9,99 € von Düsseldorf nach Hamburg wird man in den Zug gelockt, der mit seinen 10 Wagen etwas über 600 Reisenden Platz bietet.

Die Rückreise hatten wir für einen DB IC gebucht, der schwache Fahrplan von Flix machte es für uns nötig. Da bietet sich ja mal ein Alltags-Vergleich an.

Hinfahrt: FLIXTRAIN

Schon kurz nach der Buchung der Tickets erhielten wir eine Mail, "leider kann aus betriebsbedingten Gründen die von Dir gebuchte Fahrt nicht mehr angeboten werden. Das ist uns sehr unangenehm und wir entschuldigen uns dafür. Damit Du Dein Ziel dennoch erreichst, haben wir Dich auf eine Alternative umgebucht." Das klingt nett, doch erstmal muss man die PDF öffnen um zu sehen, wie die Alternative aussieht - Hier dann Duisburg statt Düsseldorf. Na klasse. Wie kommt man dahin? Wer zahlt die extra Kosten? Ärgert man sich aber nur kurzfristig, bis zum Blick auf das Handy, denn da bekommt man zeitgleich eine SMS: "Lieber Fahrgast, aus operativen Gründen kann im Zeitraum: 09.04.2018 - 18.05.2018 auf Ihrer Tour LFLX20 die Haltestelle Düsseldorf nicht angefahren werden. Wir haben Sie daher ab Duisburg wieder eingebucht. Bitte fahren Sie von Düsseldorf mit dem Nahverkehr nach Duisburg und reichen entstandene Kosten bei uns ein. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten."
Die SMS ist dann wieder erfreulich, keine extra Kosten, allerdings muss man früher aufstehen, um nun einen Regionalzug vorab zu nehmen. Schade, dass der SMS Text nicht auch schon in der E-Mail steht.

Also startet der Vergleich erst in Duisburg, warum man 15 Minuten vor Abfahrt an dem Bahnhof sein soll, erschließt sich allerdings auch dann nicht, wenn man so früh da ist. Zu der Zeit soll erst noch eine Regionalbahn in Gegenrichtung fahren, der FLX steht auch nicht so derart lange am Bahnhof und die Fahrkarten kontrolliert auch nicht der Busfahrer vor dem Einstieg in den Bus... Bus? Bus? Na, da sind noch einige Textbausteine, die für den Zugbetrieb angepasst werden sollten.
Der Zug fährt ein, die grüne Schlange fällt im tristen Bahnhofsvorfeld von Duisburg früh auf. Lang ist diese schlange, die der grüne Stier ziehen muss. 10 Wagen, das ist der Standard, den FlixTrain hier täglich bietet. Die ersten und letzten 4 Wagen sind un-klimatisierte Abteilwagen noch von der Deutschen Reichsbahn, so genannte "lange Halberstädter". In der Mitte laufen zwei klimatisierte Wagen, die von DB AutoZug übernommen wurden. Die ex DB m-Wagen sowie einige der DR Wagen sind eigentliche Liegewagen und haben daher nicht gerade hervorragend ausgeformte Sitze für Tagesreisen. Wir hatten einen ehemaligen DR IC-Abteilwagen, der hat ordentliche Sitze, die leicht versetzt für zusätzliche Beinfreiheit sorgen. Allzu wohlgenährt sollten die Reisenden allerdings nicht sein. Aber Geschmäcker sind verschieden, es gibt auch Liebhaber der Sitzbänke und solange der Wagen leer ist, bieten sie sich für Nickerchen an.

Durch das Wagenmaterial des FLX20 ist der Sitzabstand in allen Abteilen generell gleich gut mit IC Niveau und hat man überall ein paar mehr cm Platz als im ehemaligen LOCOMORE, nun auch als FlixTrain unterwegs, da dessen Wagen 12 Abteile haben/hatten, die des FLX20 einheitlich 11.

Was man bei FlixBus schon nicht einführte, im Gegensatz zum Beispiel zum Postbus, sind Sitzplatz-Reservierungen. Auch der FlixTrain hat keine (mehr, denn im HKX und LOCOMORE gab's das ja noch).
Das ist aus unserer Sicht eine der größten Mankos des kompletten Zuges, gerade für den günstigen Gruppenausflug, wie gestern zahlreich, Junggesellenabschiede. Das Problem: steigt die Gruppe in einem Bahnhof nach Duisburg ein und da kommen u.a. noch Essen und Münster, gibt es keine kompletten Abteile mehr. Bitten, Betteln, Diskussionen über Umplatzierungen - sehr nervig! Selbst wenn man nur zu zweit reist, möchte man ja dann auch nicht in 2 getrennten Abteilen die Reise beenden, sondern weiterhin gemeinsam und möglichst wie vorher nebeneinander oder gegenüber. Selbst als Einzelreisender hätte ich vermutlich keine Lust unsanft aus dem Halbschlaf geweckt, den Platz für eine Gruppe überschminkter Mit-Vierziger aus Gelsenkirchen zu räumen, deren direktes hartes Pottsprech seinen Charme für manchen Rheinländer vermissen lässt. Eigentlich ist beim FLX der Einstieg an einem frühen Bahnhof jedoch nur ein Glücksfall durch den Wohnort, denn letztlich wollen doch die meisten nur nach Hamburg.
FlixTrain muss hier noch lernen, dass ein Zug aus Abteilwagen nicht das gleiche ist, wie ein Großraumbus mit vor allem nur einem Großraum. Da mag es im Bus durchaus auch ohne Reservierung gehen. Wenn das schon einige Postbus-Kunden verschreckt hat, scheint das im Schienenfernverkehr erst recht unpassend.

Gilt wohl auch für einen Punkt, den ich mal als "Zucht und Ordnung" bezeichnen möchte, denn als Familie mit Kindern sollte man den FlixTrain wohl eigentlich meiden, wenn die Kleinen nicht direkt die komplette Palette am Ballermann-Suff-Wortschatz lernen sollen.
Ohrwürmer wie "Zeig doch mal die Möpse", "dicke Titten, Kartoffelsalat" dürfen dabei als das mit Abstand harmloseste durchgehen, so ist der FLX eben auch nur ein täglicher Partyzug.
Im FlixBus greift hier übrigens der Busfahrer durch, denn neben 5 Suffköppen in Partylaune, sind eben noch Dutzende andere Reisende im Fahrzeug, manche wollen schlafen, manche ein normales Gespräch führen...
Fraglich nur, ob die Flix-Zugbegleiter eingreifen würden, wenn Familien mit Kindern sich dann doch mal in den Zug verirren? Schwer zu sagen, denn von Duisburg bis Hamburg haben wir schlicht keinen Zugbegleiter gesehen, niemand wollte unser Ticket sehen.
Wer kein Ticket hatte, wurde an den Unterwegshalten per Lautsprecherdurchsage an jedem Bahnhof gebeten in Wagen 7 ein Ticket zu kaufen - wenn das da immer so läuft, könnte sich ein Sparfuchs den Ticketkauf alsbald auch mal sparen.

Leider kann der FlixTrain manche Versprechen nicht halten: WLAN und Strom - das zeigt von außen zumindest auch selbstbewusst jeder Wagen.
Tatsache: viele Wagen haben nur schlechten W-LAN-Empfang und mangels Steckdosen schon gar keinen Strom. Das W-LAN würde einem prinzipiell 150MB zugestehen, zwischen Duisburg und Gelsenkirchen hat es unsere Smartphones je 3x rausgeschmissen. Auch zwischen Münster und Osnabrück waren die zwischenzeitlich zugestiegenen zwei Mitreisenden in unserem Abteil sehr genervt, wie oft sie raus flogen und nichts ging. Das ist im Vergleich zum W-LAN der Deutschen Bahn in ICE recht dürftig, auch da wird man hin und wieder rausgekegelt, aber etwas vergleichbar schlechtes ist uns da noch nicht passiert.
Für Strom-hungrige wurde über Lautsprecher immerhin ein Ersatzangebot durchgesagt, im Wagen 7, der zugleich eine Art Bordbistro darstellt, kann man sein Handy abgeben zum aufladen - sicher besser als nichts, aber die versprochene Leistung wird schlicht nicht erbracht. Da die Wagen die technische Einrichtung gar nicht haben, wird außen nichts beworben, das gerade mal defekt ist, es ist schlicht nicht vorhanden. Man fühlt sich getäuscht.
Die Auswahl im Bistro ist wie der FlixTrain quasi das Discounter-Angebot, wenn die DB ein EDEKA ist, dann ist Flix eben nur eine NORMA. Alles ist günstiger, aber es gibt deutlich weniger Auswahl.

Zur Sauberkeit, da ist man als FlixBus-Kunde quasi schon das gewohnt, was einem dann auch im FlixTrain erwartet: Sitze (Abteile) sauber und gepflegt, das WC: eine Katastrophe - auch im Nachbarwagen, nur erscheinen Bus-WC plötzlich wie eine Wohlfühl-Oase im Vergleich. In unserem Wagen war ein WC dauerhaft besetzt, man kann wohl von geplanten Verschluss ausgehen, das offene (mit Fallrohr) hatte dafür keine Spülung, der Taster war nicht zu einem Auslöser zu überreden. Hinter Gelsenkirchen wollten wir es daher meiden, da konnte auch der glade Duftspender nicht mehr helfen. Nun, in einem Zug gibt es ja zum Glück viele WC. Im Nachbarwagen war dann ein geschlossenes WC-System vorhanden. Auch hier eine Türe dauerhaft rot, wie man in der Schlange des offenen WC sagte. Wird hier pro Fahrt nur ein Klo freigegeben? Nur eine Vermutung... Die Spülung funktioniert, immerhin. Der Boden des WC schien dafür durchtrieft von einer, sagen wir mal lediglich, Flüssigkeit. Ein schmatzendes Geräusch bei jedem Schritt - lecker. Traurig, aber hier versauen es sich die Reisenden ja letztlich untereinander! Man kann ja nicht erwarten, dass in einem FlixTrain 2 Putzfrauen, die WC ständig wischen und putzen. Nötig wäre es aber, wenn man so viele Reisende mit einem Alkoholpegel jenseits der Fahrtüchtigkeit befördert.

Kurz vor Hamburg erfuhr man dann, dass rund 570 Reisende an Bord seien und damit der Zug fast ausgebucht sei.
Im Namen von FlixTrain bedankte sich der Zugbegleiter, dass man nicht die Deutsche Bahn genutzt habe (lachen aus vielen Abteilen zu hören), angesichts der Leistung schienen mir hier vor allem ohnehin-nicht-DB-Kunden zu reisen.
Wir fanden das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen: sehr wenig bezahlt, wenig bekommen.

Rückfahrt: DB Intercity

Auch die Rückfahrt hatten wir Anfang März gebucht, der Sparpreis bei 38,90 EUR pro Person fast 4x so teuer.
Im Gegensatz zum FlixTrain hatten wir Sitzplätze reserviert, am Tisch.

Der IC fuhr pünktlich ein, dann sollte das Chaos losgehen, denn die Anzeiger der Reservierung waren im ganzen Zug defekt. Papierschilder hatte man auch keine gesteckt und der Steuerwagen hing einsam am anderen Zugende hinter der ersten Klasse, schade dass das aber nicht durchgesagt wurde. Fahrräder nach hinten. Das ging bei dem vollen Zug nur am Bahnsteig... Verspätung vorprogrammiert! Diese konnte jedoch bis Düsseldorf unter 5 Minuten gehalten werden, ein glücklicher Umstand, dass der Halt in Dortmund heute ausfiel und man den direkten Weg nehmen konnte.

Scheinbar zur Überraschung der DB wurde statt einem herkömmlichen Bpmz ein Wagen nach dem ICmod eingesetzt. Das bringt einen positiven Punkt für die meisten Reisenden mit: je Sitzreihe gibt es 2 Steckdosen, unsere Plätze hatten nun aber keinen Tisch mehr. Nur auf der IC Linie sind ICmod Standard - warum hat die Reservierungssoftware das nicht drin?

Anders als beim FlixTrain wurde es Ticketlosen schwer gemacht, der Schaffner war nach jedem Bahnhof im Wagen unterwegs. Auch als Service für Auskünfte wurde er gut in Anspruch genommen, Anschüsse und Gleise. Vieles hatte der Mann im Kopf ohne Nachschlagen.
Neben dem Bordbistro gab es zusätzlich auch in der 2. Klasse einen Am Platz Service mit Verkaufswagen, der immerhin 4x vorbei kam auf der Strecke. Die Auswahl des DB Trolley nimmt es schon locker mit dem Flix-Gesamtangebot auf, Auswahl kostet dafür scheinbar.

Die Sauberkeit war gut, auch im WC. Allerdings war auch hier ein WC unseres Wagens verschlossen, nach den Geräuschen zu urteilen war es allerdings wirklich gestört, da regelmäßig die Spülung lief, obwohl ja nun keiner drauf sein konnte. Insgesamt sieht man den Wagen des ICmod noch an, dass ihre Aufarbeitung jüngeren Datums ist. Sie wirken damit zeitgemäßer als die in den 90ern aufgearbeiteten IC-Halberstädter.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist angemessen, für einen immer noch ordentlichen Preis liefert die DB ein ordentliches Raumgefühl und Sauberkeit. Ein Service-Mitarbeiter wäre immer in greifbarer nähe. Mit den vergeigten Reservierungsanzeigen liefert man allerdings die irgendwie gewohnte Schludrigkeit.

Fazit

Und was sagt der Vergleich nun? Wir zahlten das vierfache für eine irgendwie vergleichbare Leistung. Beide Züge bringen einen in vergleichbarer Zeit ans Ziel.
Nun war es nicht außergewöhnlich heiß, denn die FlixTrain Wagen haben keine Klimaanlage und 35° warme Luft, bleibt 35° warm, auch wenn das Fenster auf ist... der eine bietet kein W-LAN, der andere nur auf dem Papier. Insgesamt ist der DB Zug in vielen Punkten besser, nur das kostet eben auch.
Jeder Zug hat irgendwie sein Publikum, vielleicht auch eine für den Anlass passende. Der FlixTrain wird in dieser Ausprägung keine ernste Konkurrenz für die DB, schon gar nicht ihr die lukrativen Geschäftsreisenden abzugreifen. Denn mit 600x 9,99 € Tickets ist auch der FlixTrain nicht wirtschaftlich. Nur kaum ein Schlippsträger dürfte sich ein zweites Mal in solch einen FlixTrain verirren.
Mit einem Kegeltrupp würde ich lieber wieder FlixTrain fahren, auch weil das Fremdschämen weg fällt, für die meisten Gründe Bahn zu fahren, würde ich jedoch den DB Zug wählen.

Gruß,
Torsten

Andre
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Re: FLIXTRAIN und DB IC im Vergleich Köln-Hamburg

Beitrag von Andre » So 6. Mai 2018, 22:44

Toller Bericht, also lieber 1. Kl. ICE .... ;)

Gruß André

Torsten83
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Re: FLIXTRAIN und DB IC im Vergleich Köln-Hamburg

Beitrag von Torsten83 » So 6. Mai 2018, 22:49

Danke André.

Das ist natürlich das beste, auf dem Rückweg sind wir aber bewusst 2. Klasse gefahren. Die 1. Klasse wäre übrigens nur wenige Euro teurer geworden, aber da hinkt der Vergleich dann doch arg, denn FlixTrain hat ja die 1. Klasse (da als HKX+) abgeschafft.

Gruß,
Torsten

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Re: FLIXTRAIN und DB IC im Vergleich Köln-Hamburg

Beitrag von 1987 » Mo 7. Mai 2018, 10:26

Hallo Torsten,

nicht funktionierende Reservierungsanzeigen - verbunden mit den dann üblichen Nebeneffekten, Menschen von den Plätzen zu vertreiben - scheinen auf der Hamburg-Linie der DB offenbar normal zu sein. Die letzten Male, in denen ich mit diesem IC gereist bin, sah das genauso aus... Vielleicht sind der DB die Disketten ausgegangen, mit denen sie die Reservierungen bis heute einlesen (kein Witz!)?

Bezüglich der Pünktlichkeit kann ich Dich nur beglückwünschen. Als Standard empfinde ich da derzeit +40 Minuten, besonders prickelnd bei exakt 40 Minuten Umsteigezeit in den Nahverkehr. Wenn ich mit der Bahn fahre, werde ich immer so gläubig. Beten, dass der Anschluss auch verspätet sein möge...


Holger

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Re: FLIXTRAIN und DB IC im Vergleich Köln-Hamburg

Beitrag von Gunnar Häberer » Mo 7. Mai 2018, 12:19

Kenn ich auch von meiner aktiven Zeit als Bahnfahrer von Potsdam nach Hamburg.
Die Hinfahrt morgens war nie ein Problem.
Aber am Nachmittag zurück! Wenn der ICE dann in Spandau bereits 7 Minuten hinterher hing, dann begann man wirklich an zu beten.
Meist waren dann bis Berlin Hauptbahnhof etwa 10 Minuten aufgelaufen, da man ja noch ein kleines Pläuschchen am Einfahrtsignal halten musste (Witz). Einfahrt im Keller, raus aus dem Gerät, im Spurt zwei Etagen zu den Regionalbahnsteigen. Oben angekommen Winkewinke der Schlusslichter des RE, wenn man Glück hatte. Also noch einmal halbe Stunde warten und dann etweder mit einem anderen RE bis Potsdam Hauptbahnhof und anschließend noch mal 30 Minuten durch die Stadt mit der Strab, oder aber noch ein wenig länger auf dem Bahnsteig herum gedrückt, um dann mit der RE wenigstens bis zum Haltepunkt Nuthetal fahren zu können. Wenn ich da von der Kanonenbahn abgestiegen bin, war ich glücklich nach 8 Minuten Fußweg dann zu Hause.

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Re: FLIXTRAIN und DB IC im Vergleich Köln-Hamburg

Beitrag von eXact Modellbau » Mo 7. Mai 2018, 12:39

Wenn ich mal Bedarf an öffentlichen Verkehrsmitteln habe, dann zwischen Berlin und Rostock, oder zwischen Hamburg und Rostock. Auf beiden Strecken gleich reist es sich mittlerweile viel angenehmer mit dem Flixbus.

Flixbus hält in Tegel direkt am Flughafen. Dort steige ich ein und fahre für 8 € bis nach Rostock.

Ich habe neulich von Hamburg geguckt, wie ich wieder nach Hause (Bad Doberan) komme. Das waren drei verschiedene Züge plus einmal Schienenersatzverkehr. (wenn ich mich richtig erinnere Hamburg - Lübeck, Lübeck - Bad Kleinen, Schienenersatzverkehr nach Güstrow, Güstrow - Rostock, Rostock - Bad Doberan) ganze sollte 4,5 Stunden dauern. Also ab in den flixbus, und für 10 € in 2,5 Stunden nach Hause.

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Re: FLIXTRAIN und DB IC im Vergleich Köln-Hamburg

Beitrag von Gunnar Häberer » Mo 7. Mai 2018, 13:25

Ha, dahätte ich auch noch was!
Um zu meinen Standort nach Boltenhagen zu kommen, musste ich spätestens am Abend zuvor gegen 21:30 Uhr von zu Hause (Potsdam) los.
Dann ging es mit einem Zubringer und dem Sputnik nach Schönefeld. Dort hatten wir dann eine Stunde Aufenthalt bis so etwa um Mitternacht der D-Zug von Prag einfuhr. Meist gabe keine sitzplätze und so richtete man sich inmitten von Zigarettenrauch und Asche sowie Alkoholdunst im Gang für die Nacht ein. Irgendwann ging es dann von Rostock nach Wismar. Von dort fuhren wir dann mit dem Bus weiter in die Kaserne von Boltenhagen. Ankunft war morgens etwa zwischen 09:30 und 09:45 des Tages darauf. Egal, was Du heute nimmst (außer Fahrrad und Rollschuhen). Aber diese Fahrzeiten wird man heute bestimmt nicht mehr im negativen Sinne toppen können!

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Re: FLIXTRAIN und DB IC im Vergleich Köln-Hamburg

Beitrag von Torsten83 » Mi 9. Mai 2018, 13:59

1987 hat geschrieben:
Mo 7. Mai 2018, 10:26
Bezüglich der Pünktlichkeit kann ich Dich nur beglückwünschen. Als Standard empfinde ich da derzeit +40 Minuten, besonders prickelnd bei exakt 40 Minuten Umsteigezeit in den Nahverkehr.
Hallo Holger,

wie geschrieben, bestand das Glück der Pünktlichkeit im Wesentlichen darin, dass wegen der Bauarbeiten der Halt in Dortmund ausgelassen werden konnte. Durch die in Münster schon vorhandene Verspätung wäre diese bis Dortmund auf den eingleisigen Abschnitten vermutlich größer geworden.

In Essen und Duisburg war offensichtlich kein Fahrrad-Verladebedarf, denn die Standzeit war kurz. In Düsseldorf musste ein älterer Herr aber auch noch von ganz vorne zum Zugschluss, denn auch hier war natürlich kein Hinweis am Anzeiger, dass der Fahrradwagen am Zugende ist. Bis Stuttgart könnte der Zug letztlich noch einiges angesammelt haben. Da muss man als Bahnfahrer mit rechnen...

Auch im ICE 1. Klasse kann es einem nicht besser ergehen. Mit meinem Papa besuche ich regelmäßig unsere Verwandten in Ostdeutschland, die Rückreise ist dann meistens mit dem ICE100 ab FFM Flughafen - was da schon alles im Zug war :roll: Mittlerweile gucken wir, dass zumindest der BVB dann kein Auswärtsspiel im Süden hat an dem Tag. Betrunkene Fußballfans können nämlich sehr anstrengend werden... zudem mit der Steigerung der Anzahl betrunkener Fußballfans die Anwesenheit der Zugbegleiter gegenläufig abnimmt ;)

Gruß,
Torsten

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Re: FLIXTRAIN und DB IC im Vergleich Köln-Hamburg

Beitrag von 1987 » Fr 11. Mai 2018, 22:54

Normaler DB-Betrieb, Teil 2, auf dieser Linie: IC 2026 nach Hamburg-Altona am 9.5.2017
- 20 Minuten Verspätung (in Koblenz waren es noch 5 Minuten)
- Reservierungssystem "ist heute defekt"
- Wagen 7, 12 und 14 fehlen (macht nichts, ist ja nur Feiertagsverkehr - auch mit einer Reservierung darf großzügig gestanden werden!)
- Der reservierte Gangplatz mit Tisch ist ein Fensterplatz ohne Tisch, weil ein modernisierter Großraumwagen an der Stelle läuft (aber wenigstens nicht in einem nicht vorhandenen Wagen kostenpflichtig reserviert!)

Mit zunehmender Fahrtdauer bekomme ich Zweifel an der Leistungsfähigkeit der Klimaanlage im vollen Zug, weil sich Schweißflecken unter den Armen bilden. Aber immerhin scheint es kein Totalausfall, wie an diesen Tagen mit 30 Grad Celsius Außentemperatur sonst üblich, zu sein, denn Kreislaufbeschwerden und ein Aussehen wie in der 90-Grad-Sauna nach einem Eimer Aufguss zeigen sich nicht.

Waren da nicht einige Punkte, die auch Torsten schon an seinem Fahrtag als Besonderheit aufgezählt hatte? Scheint doch eher der Normalzustand zu sein, die können wohl nur noch LKW.


Holger

cozi
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Re: FLIXTRAIN und DB IC im Vergleich Köln-Hamburg

Beitrag von cozi » Sa 12. Mai 2018, 00:17

...darum erfreuen wir uns an den Erinnerungen an die schöne alte Bundesbahn...
https://www.youtube.com/watch?v=F-F-lWq ... jreload=10

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