dann doch noch ein Erlebnis.

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Petrus
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Registriert: Mo 13. Dez 2010, 08:19

Re: dann doch noch ein Erlebnis.

Beitrag von Petrus »

so. ich noch mal.

Sonderzug nach Kreuzfahrt, ich Zug-Reiseleiter.

Venedig -> München Hbf -> Düsseldorf.

Morgens ca. 05:00 h weckten mich aufgeregte Passagiere: Herr X! Kommen Sie schnell! Unser Schaffner wirft unsere Pässe aus dem Fenster!

da wurde ich ziemlich schlagartig wach.

Des Rätsels Lösung: Alle Pässe waren noch da - jedoch handelte es sich beim Wagen-Schaffner um einen schwer alkohol-kranken Menschen. (Auf der Hinfahrt bekam jeder Passagier von uns einen Piccolo, zur Aufmunterung, auf der Rückfahrt eine kleine Rotwein-Flasche, zur Beruhigung. Wohlmeinende Reisegäste hatten die nicht getrunkenen Rotwein-Flaschen gesammelt und dem Schaffner spendiert).

so.

ich als erstes den Chef-Zugbegleiter alarmiert. Der sagte, die Situation überblickend, zu seinem Mitarbeiter: "So. Das war jetzt Deine letzte Zugfahrt."

Nun aber hatten wir Frühstück angeboten. Chefzugbegleiter zeigte mir auf die Schnelle, wie das mit dem TDD (Tischlein deck dich) funktioniert. Pappschachtel auf, falten, Kaffeebecher rein, Kaffeepulver rein in Becher, wiederkommen mit der Heißwasserkanne, eingießen.

Das habe ich dann auf Tempo geschafft - weil, ich wollte ja in München Hbf raus, weil dort dann die Ablösung durch die Kolleginnen kam, die den Zug bis Düsseldorf begleiteten.

Nie werde ich das vergessen: München, Donnersbergerbrücke hatte ich dann das letzte Frühstück erfolgreich serviert.
Petrus
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Re: dann doch noch ein Erlebnis.

Beitrag von Petrus »

und weiter geht's, nach dem Motto:

Wenn Du meinst,
es geht nicht mehr -
kommt der nächste Schaiß daher.

Also:

Sonderzug München-Genua und zurück.

Die Hinfahrt verlief ruhig.

Die Rückfahrt wohl etwas weniger:

In Genua hatten die Eisenbahner beschlossen, den Bahnhof zu bestreiken. Komplett.

Dank unserer guten Verbindungen zu unserer örtlichen Agentur dort und dank sehr guter Verbindungen unserer dortigen örtlichen Agentur zu diversen örtlichen Stellen war unser Zug der einzige, der rausging. Aber nicht lange ...

Situation: Große Aufregung. Die Italiener hatten unseren Zug von außen gewaschen, jedoch die Wagenfenster vor dem Waschen nicht geschlossen. Außerdem die Wagenbatterien nicht aufgeladen.

Also: Überschwemmung. dunkel. Irgendwie hatten sich die Zug-Passagiere (Liegewagen) den nächst-erreichbaren Griff geschnappt.

Unglücklicherweise war das dieser rote Griff. Also: Bevor wir rauskamen: Zweimal Notbremse war gezogen. ich mit Taschenlampe durch den Zug, streng gekuckt (was willst Du dann sonst machen?), dann sind wir endlich losgefahren.

Wenigstens hatten wir einen Bundesbahn-Beamten (der betreute den "Tanz-Wagen") an Bord. Der hat uns dann freundlicherweise "vorgemeldet".

Am sehr frühen Morgen, am ersten deutschen Bahnhof, rückten dann die Eisenbahner an und tauschten die Wagenbatterie gegen eine frische aus (das ist ein Riesen-Ding - mit Hau-Ruck).

also.

Ente gut - alles gut :D
wernerle2
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Re: dann doch noch ein Erlebnis.

Beitrag von wernerle2 »

Petrus hat geschrieben: Di 5. Okt 2021, 13:30 Auf Deinen ausführlichen Erlebnis-Bericht, wernerle2, bzgl. dieser Zug-Reise, freue ich mich schon jetzt :-D
Kann ich gerne machen, war aber eigentlich ereignislos.
Ging am 01.10. um 09:33 los mit S-Bahn von Troisdorf nach Köln (Troisdorf ist fahrkarten- und kfz-unterbringungstechnisch günstiger als Siegburg).
Weiter um 10:59 mit FLX20 nach HH Hbf, dort AN um 15:08. Der Zug am Nebengleis hat noch gepennt.
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15:20 mit Bus 2 Kurzstrecke nach Singapurstraße, 15:30 haben wir Hotel PIERDREI (mehrere Besitzer, u.a. F.&G.B.) betreten.
15:50 Hotel verlassen mit Ziel MiWuLa, dabei Besichtigung der wichtigsten Brücke von Hamburg.
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17:20 Führung hinter den Kulissen, beginnend hinter USA (oh Gott, nicht wieder Fliegender Holländer), wo wir den längsten Zug des Wunderlandes kennenlernten (14m Erzwagen, kann nirgends halten außer im SchBhf, wiegt 22 kg sonst hauts ihn raus und wird gezogen von 2 echten Locos, die 3 anderen sind Dummies). Aber wir bogen dann auch gleich wieder ab, Richtung Hamburg, neuer Leitstand, Knuffingen und dann durch die Fahrzeugladestation direkt hinter den Knuffingen Airport. Flieger im Betrieb auf der Aufzugsanlage durften wir nicht fotografieren, weil einige Handys IR-Dioden für das Scharfstellen nutzen. Das kann die Messungen stören und führt ggf. zu Flugzeugschrott (1 Flieger kostet etwa 35.000.- EUR bis er auf die Anlage kann). Aber der A380 vonne Lufthansa hat sich vorgestellt.
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Nach Flughafen ging es unter der Schweiz durch zum Vesuv. Der hat jetzt unten auch Sprinkler (falls es brennt!).
Hinter Italien (also hinten an der Anlage) gibt's zwei Szenen, die man von vorne garnicht sehen kann.
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Die Führung endete ...
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wernerle2
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Re: dann doch noch ein Erlebnis.

Beitrag von wernerle2 »

... dann schließlich an der Brücke zum neuen Teil.

Ich erinnere mich noch wie heute an meine erste Führung hinter den Kulissen mit Tochter im Jahre 2010 (Fliegender Holländer war ausgefallen). Diese endete vor einer Tür zum hinteren Fleet. Nach Öffnen der Tür erzählte uns der MiWuLa-Führer voller Enthusiasmus, dass sie eine Brücke über den Fleet zum Speicher auf der anderen Seite planen, um dort irgendwann weiterzubauen.
Ich dachte nur: "Lass' ihn Labern. Die Vollpfosten haben wahrscheinlich noch nie was von Denkmalschutz gehört." Weltkulturerbe war da ja noch kein Thema.
Als die beiden Brüder die Brücke dann in 2020 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion (wegen CORONA sollte jede Menschenansammlung vermieden werden) eingehängt haben, wusste ich auch, wer damals der Vollpfosten war.
Auf der Brücke hat man dann unten eine Rennstrecke für "besondere" Züge (sie suchen noch) eingerichtet. Die Strecke besteht aus Segmenten, die irgendwas Besonderes zeigen (zeitlich, farblich, geschichtlich). Gut zu sehen war der TELEFONZELLENFRIEDHOF. Bemerkung des Guides für die jüngeren Teilnehmer an der Führung: So sahen früher die Handys aus!
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Ein paar interessante Details zu einigen Modellen hat man am Rande auch noch erfahren.

Hamburger Michel: Grundfläche ist 1:87, Volumen des Kirchenschiffs ist 1:120, Höhe des Turms ist 1:160
Hamburger Fernsehturm: Grundfläche ist 1:87, Volumen keine Angabe, Höhe ist 1:220

Nach der Führung gab's ein Abendessen im Restaurant vom MiWuLa auf alten ICE Sitzen und dann den Rest vom MiWuLa.

An Tag 2 haben wir dann erst die Plaza der Elbphilatelie besucht (Eintrittskarten waren umsonst im Shop neben dem Campus Suite), dann die normale Tour Richtung Landungsbrücken bevor wir schließlich am Abend - nach einem erneuten Besuch der Plaza - ein Konzert genossen haben. Weil sich Tochter erst sehr kurzfristig in die Reise eingeschmuggelt hat, musste sie alleine sitzen.

Dazu noch zwei Suchbilder:
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Am 3. Tag ging's erst ins Wasserschloss zum Frühstück und dann mit ÖPNV Richtung Övelgönne. Auf dieser Tour lief uns ein kleiner Bahnhof über den Weg. Der Kaispeicher war früher ein Kühlhaus, heute ist es ein Seniorenheim. Von dort zurück kann man als ÖPNV auch die Wassertaxis nach Finkenwerder - Linie 62 - nutzen. Wenn man dann an den Landungsbrücken umsteigt in die Linie 72 hat man nochmal einen schönen Blick von der Wasserseite auf die ElbPhi.
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Die Rückfahrt mit FLX20 um 16:50 war ereignislos und voll pünktlich. Die S19 nach Troisdorf wurde in Deutz/Messe von Besuchern der Lanxess-Arena mit Pegel geflutet und dann an der Station Frankfurter Straße durch einen diensthabenden Notarzt verzögert.

Also alles gut.
Ausbeute an Bildern:
Wernerle ca. 50, Frau ca. 8, Tochter ca. 600. Ich sag' immer, Mädel fotografier', anschauen kannste die Gegend zuhause.
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Petrus
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Re: dann doch noch ein Erlebnis.

Beitrag von Petrus »

Du hast mein Herz erfreut.

danke!
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