[S21] Teurer und später

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Amir
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Re: [S21] Teurer und später

Beitrag von Amir » Sa 2. Dez 2017, 09:11

Das einzige Problem, das ich beim Stuttgarter Kopfbahnhof sehe, ist das Gefälle in Richtung Bahnhof, da die Züge dort mit 20km/h über geschätzte 3 Km reinlaufen müssen. Ok es kostet Zeit, aber die Zeit braucht man auch wieder, wenn man mit der Rolltreppe in den Tiefbahnhof rattern muss um an seinen Zug zubekommen. Also: mit dem Zeitverlust für daas Einrollen vom Zug konnte man bisher auch gut leben & Daimler, Porsche & Co ist auch nicht pleite gegangen deswegen. Im Gegenteil. Der Wirtschaftsstandort Stuttgart ist wohl eine der reichsten Flecke auf der Welt geworden oder geblieben. Trotz Kopfbahnhof und Gefälle dahin. Der Mensch ist ja anpassungsfähig.

Was mir gefallen hätte, wäre den Bahnhof tatsächlich außerhalb der Stadt (wie schon früher geplant ) zu verlegen und diesen mit einer Stichbahn, ähnlich wie Kassel Wilhelmshöhe - Kassel Hbf zu verbinden. Dann hätte man auch eine Freifläche am Hauptbahnhof gehabt & einen Durchgangsbahnhof für deutlich weniger Geld. Ob auf der Freifläche Wohnungen für eine Familie mit einem durchschnittlichen Einkommen bezahlbar geworden wäre, das glaube ich nicht. Die werden € maximal verkauft. So wie jetzt auch. (Ok vielleicht einige synbolisch zum Sozialtarif)

Zum Thema Untergrund Stuttgart und S-Bahn. Vielleicht sind die Gesteinsschichten im Berg (wo der "S21 Tunnel" durch geht) ein anderes, wie in der Kesselsohle, wo seit Jahrzehnten die S-Bahn durch den Tunnel fährt. Habe es jetzt aber noch nicht nachverfolgt, ob das so ist. Vielleicht weiß es jemand hier spontan.

Ansonsten sollte man das Projekt abbrechen und ein Mahnmal statuieren über Fehlplanung, Bürgertäuschung und und und. Vielleicht es das eine bessere Investition für die Zukunft, auch wenn es jetzt und heute teuer aussieht.

Andre
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Re: [S21] Teurer und später

Beitrag von Andre » Sa 2. Dez 2017, 10:05

Aus Wikipedia:
"Das Unternehmen gilt als führend in der Verkehrsplanung, insbesondere im Bereich des Eisenbahnverkehrs. Der Name SMA des 1987 von Werner Stohler, Martin Meister und Hans Rudolf Akermann gegründeten Unternehmens besteht aus den Initialen der drei Firmengründer, die zuvor gemeinsam konzeptionelle Vorarbeiten für den Aufbau des Zürcher Verkehrsverbundes geleistet hatten."

Zum Thema Simulationen, man kann jede Simulation so auslegen, das der Auftraggeber mit dem gewünschten Ergebnis zufrieden ist, entscheidend sind die Randbedingungen, der Ausgangspunkt der Berechnung, stimmen die stimmt auch das Ergebnis.

Bei dem Bahn-Projekt geht es auch viel um Politik, Grundstücke und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.

Gruß André

MIQUEL
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Käsch in se Täsch is the näm...

Beitrag von MIQUEL » Sa 2. Dez 2017, 15:08

Andre hat geschrieben: Bei dem Bahn-Projekt geht es auch viel um Politik, Grundstücke und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.
a) Es ist ganz klar ein Immobilienprojekt.
b) Thema Arbeitsbeschaffung: die Kennz. der Pkws der Arbeiter tragen PL, RO, BG etc.
c) Wohnungspreise in Cloud 7 auf A1 / Wolframstr. -> 14.000 € pro qm

zettie94
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Re: [S21] Teurer und später

Beitrag von zettie94 » Sa 2. Dez 2017, 18:52

Gunnar Häberer hat geschrieben:Selbst auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt grundsätzlich blamiere, aber was oder wer ist denn eigentlich die SMA?
Ich wusste gar nicht, dass die Schweizerische Meteorologische Anstalt Berechnungen für die Deutsche Bahn AG durchführt!
Aber vielleicht rührt auch daher mein falsches Verständniis für Deine Ausührungen?
Trotz allem bin ich grundsätzlich skeptisch! Die können ja nur so gut rechnen, wie man ihnen das Rohmaterial zur Verügung stellt. Und von wem kommt das?
Ok, ich bin davon ausgegangen, dass das Unternehmen bekannt sei. Das Unternehmen heisst vollständig "SMA und Partner AG" und hat seinen Hauptsitz in Zürich. Hier die Website: http://www.sma-partner.com/de/.
Für so eine Simulation braucht es als Rohdaten grundsätzlich die Infrastruktur (da kann man nicht schummeln, da kommt rein, was auch gebaut wird) und den darauf zu fahrenden Fahrplan (der in diesem Fall 30% Mehrverkehr gegenüber heute vorsieht). Und dann wird eben simuliert wie der Verkehr läuft - inklusive verschiedenen zufällig auftretenden Störungen, damit auch deren Auswirkungen realistisch abgebildet werden können.

Gruss, Julian

Gunnar Häberer
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Re: [S21] Teurer und später

Beitrag von Gunnar Häberer » Sa 2. Dez 2017, 19:05

Danke an Andre und auch an Dich Julian für die Aufklärung.
Aber wie ich schon geschrieben habe, bin ich bei solchen Dingen zutiefst skeptisch.
Irgendwie hat das für mich dann doch immer etwas von Glaskugellesen.
Was haben wir uns verbogen, wenn es in der Firma so um die Zeit um die Individualvereinbarung für das kommende Jahr ging.
Wir sollten Vorgaben im Rahmen der technischen Zusammenarbeit mit unseren Firmenkunden liefern, die natürlich grundsätzlich nur nach oben zeigen sollten.
Auf solche Pleiten wie z.B. bei Air Berlin war niemand eingestellt. Da ist dann sicher die Jahresgratifikation des GRoßkundenmanager weggebrochen.
Und solche Dinge befürchte ich dann eben auch mal in diesem Fall!

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Re: [S21] Teurer und später

Beitrag von zettie94 » Sa 2. Dez 2017, 21:06

In die Zukunft zu schauen ist immer Glaskugellesen. Nur kann man dies eben auf verschiedene Arten tun, und mittels Simulationen sind die Resultate meistens sehr nah an der Realität. Simulationen werden im Verkehr (nicht nur Bahn-, auch Strassen- und Luftverkehr) inzwischen bei fast allen Bauprojekten angewendet, man hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
In die Zukunft schauen muss man bei solchen Projekten immer, woher soll man sonst wissen, wie man den Bau dimensionieren soll?

Gruss, Julian

Andre
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Re: [S21] Teurer und später

Beitrag von Andre » Sa 2. Dez 2017, 21:22

Julian, um eine Simulation zu starten benötigt man Rahmenbedingungen, diese werden "hochgerechnet", nur leider weiß keiner ob diese Rahmenbedingungen der Gegenwart bis zur Zukunft entsprechen, deshalb würde ich mich nicht nur auf Simulationen verlassen.
In der Formel 1 werden auch Simulationen aller Art durchgeführt und jedes Team glaubt am Anfang der Saison den Stein der Weisen gefunden zu haben und beim realen ersten Rennen unter echten Bedingungen zeigt sich ob die Simulation richtig war und nicht wenige werden dann sehr enttäuscht.

Gruß André

Aki
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Re: [S21] Teurer und später

Beitrag von Aki » Sa 2. Dez 2017, 21:28

zettie94 hat geschrieben:In die Zukunft zu schauen ist immer Glaskugellesen. Nur kann man dies eben auf verschiedene Arten tun, und mittels Simulationen sind die Resultate meistens sehr nah an der Realität. Simulationen werden im Verkehr (nicht nur Bahn-, auch Strassen- und Luftverkehr) inzwischen bei fast allen Bauprojekten angewendet, man hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht.
In die Zukunft schauen muss man bei solchen Projekten immer, woher soll man sonst wissen, wie man den Bau dimensionieren soll?

Gruss, Julian
Hat beim Flughafen BER ja auch super funktioniert...

Vermutlich fährt der erste Zug von Stuttgart 21 zum BER, parallele Eröffnungsfeier...

Mattias Mirza
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Re: [S21] Teurer und später

Beitrag von Mattias Mirza » Sa 2. Dez 2017, 21:39

Aki hat geschrieben: Hat beim Flughafen BER ja auch super funktioniert...

Vermutlich fährt der erste Zug von Stuttgart 21 zum BER, parallele Eröffnungsfeier...
Ob ich das noch erlebe? Bin ja schon 47. :glas:
Gruß
Mattias

hafenbahnhof
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Re: [S21] Teurer und später

Beitrag von hafenbahnhof » So 3. Dez 2017, 14:30

Aki hat geschrieben:Hat beim Flughafen BER ja auch super funktioniert...

Vermutlich fährt der erste Zug von Stuttgart 21 zum BER, parallele Eröffnungsfeier...
Ob der BER jemals fertig wird, weiß man nicht, denn seit der Insolvenz von Air Berlin braucht man ihn eigentlich nicht mehr. Insofern brauchen sich die S21-Planer diesbezüglich keinen Druck machen.

Und zum Thema wissenschaftliche Simulation:
Selbstverständlich lassen sich Ergebnisse generieren, die politisch erwünscht sind und Ergebnisse verhindern, die politisch nicht gewollt sind. So sind im Zuge der Simulationen zur Elbvertiefung zwar alle möglichen Hochwasser-Inputs gerechnet worden, auch in Kombination, diese jedoch nicht so, dass alles gleichzeitig am Start war wie z.B. Gezeiten, Springtide, Schmelzhochwasser aus dem Oberlauf, Windstau bei Sturmflut in der Deutschen Bucht, Fernwellen. Weil die Eintrittswahrscheinlichkeit dafür ja so gering sei...

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