werksseitig ausverkauft... heißt nicht ausverkauft

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jerkel
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werksseitig ausverkauft... heißt nicht ausverkauft

Beitrag von jerkel » Do 26. Apr 2018, 20:33

Hallo,

ich nehme mal die gefühlt 100. Anfrage in den letzten Tagen zum Kittel und der Verfügbarkeit zum Anlass, den Begriff "Werkseitig ausverkauft" und zumindest unser Vorgehen dazu zu erklären.

Wie schon einmal beschrieben werden ja z.B. die Neuheiten immer ca. Mitte Januar vorgestellt. Wir bestellen sofort nach Vorstellen der Neuheiten eine gewisse Menge jeden Artikels nach "Bauchgefühl", womit Erfahrungen und persönliche Einschätzungen zum Modell gemeint sind. Das machen wir so, weil in der Reihenfolge des Auftragseingangs ausgeliefert wird und damit eine möglichst frühe Bestellung durch den Händler für unsere Kunden ein wichtiges Argument für die Wahl des Händlers ist. In den verbleibenden 2 Wochen bis zur Spielwarenmesse sammeln wir von unseren Kunden Vorbestellungen und korrigieren damit auf der Spielwarenmesse unsere bisherige Bestellung (in der Regel stocken wir auf, abbestellen geht nicht) mit Einbeziehung eines Multiplikators nach Erfahrung (meist geht ein Modell so ca. 2x so oft wie es vorbestellt wurde, darauf kann man sich aber leider nicht verlassen).

Soweit, so gut. Nun macht der Hersteller nach der Messe ähnliches und verwendet einen Multiplikator, um die endgültige Produktionsmenge festzulegen. Da nun schon teilweise je nach benötigter Maschine und Auslastung die Produktion/der Zukauf von Einzelteilen beginnen KANN, wird diese errechnete Menge nur in Ausnahmefällen korrigiert. Es lohnt sich halt einfach bei den geringen Stückzahlen in der Spur Z nicht, nach Produktion von 500 Gehäusen und deren Lackierung die ganzen Maschinen noch einmal zu rüsten und die Arbeitsschritte zu wiederholen, um sagen wir 100 Stück nachzuproduzieren.

Das führt also dazu, dass schon kurz nach der Messe, manchmal je nach Modell auch schon vorher, eine Produktionsmenge für ein Modell feststeht.

Nun haben sich vor allem die Frühbesteller in der Vergangenheit oftmals zu recht beschwert, wenn Überproduktionen die normal nicht mehr zu verkaufen gewesen wären nach 1 oder 2 Jahren mit einem rabattierten Preis angeboten wurden (obwohl das z.B. bei Handys normal ist und von jedem hingenommen wird). Deshalb versucht der Hersteller in letzter Zeit, Überproduktionen zu vermeiden. Das führt aber unweigerlich zu einer (ich nehme an nicht ungewollten) Verknappung der Ware. An einigen HO Modellen der letzten Monate kann man sehen, dass diese bei ebay weit mehr als UVP erzielen (39241, 36431).

So geschieht es, dass Modelle wie der Kittel (88145) oder der Schienenbus (88166 und 88171) schon vor Auslieferung ab Werk ausverkauft sind. Es haben halt schon verschiedene Händler so viele Modelle vorbestellt, dass die angesetze Produktionsmenge ausverkauft ist.

Wie erkennt aber nun der Kunde, ob er sein bestelltes Modell bekommt oder ob er noch bestellen kann? Wir machen das so, dass wir jede Bestellung in einer Liste von der Bestellmenge abziehen und dann, wenn keine Ware mehr in Vorbestellungen verfügbar ist UND das Modell auch bei dem Hersteller nicht mehr lieferbar ist, einen Hinweis dazu im Artikeltext geben. So ist also 88145, 88166 und 88171 bereits bei dem Hersteller ausverkauft, aber wir bekommen aufgrund unserer Vorbestellungen noch so viele, dass wir die Ware noch anbieten können. Keiner der Besteller braucht sich wie in den letzten Tagen oft geschene Sorgen zu machen, dass er leer ausgeht. Die Modelle sind halt nur AB WERK AUSVERKAUFT, aber noch nicht vollständig ausgeliefert und deshalb auch noch nicht vollständig an die Kunden ausgeliefert. Spätbesteller bekommen Ihre Ware mit der letzten großen Lieferung durch den Hersteller.

Das war jetzt viel auf mich bezogen, aber ich kann auch nur sagen wie wir es handhaben. Die Listen zu führen und immer auf Stand zu halten sowie bei Auslieferung die Bestellreihenfolge beizubehalten ist sehr aufwändig, aber dadruch sind wir auch äußerst selten gezwungen mal einen Kunden zu enttäuschen was die Lieferbarkeit angeht. Für den Verfügbarkeitstermin hingegen können wir recht wenig, wir versenden sobald etwas geliefert wird.

So, jetzt habe ich Euch genug gelangweilt und hoffentlich etwas zur Aufklärung beigetragen zu haben.

Wer einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten ;-).

Gruß, Jörg

Zoltan
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Re: werksseitig ausverkauft... heißt nicht ausverkauft

Beitrag von Zoltan » Do 26. Apr 2018, 20:50

Vielen Dank, mir hast du viel Infos gegeben und ich verstehe jetzt mehr von den Hintergründen.
Was ich mir ableiten konnte: am Jahresanfang aufpassen, wenn was gefällt, sofort bestellen, dann gehe ich sicher nicht leer aus, nur warten muss ich evtl. Ewigkeiten. Aber es gleicht sich dann aus: immer bekomme ich was (2 Jahre altes) Neues während ich die nächsten bestelle...

LG Zoltan

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