Vor 50 Jahren - Dampf in Altenbeken und Ottbergen
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Michael Bahls
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Vor 50 Jahren - Dampf in Altenbeken und Ottbergen
Hallo Allerseits,
nun sind es 50 Jahre her, seit im Weserbergland keine Dampfloks mehr fahren. Nachdem zum Ende des Winterfahrplans 1975/76 die Bahnbetriebswerke Ottbergen und Lehrte ihren Dampfbetrieb einstellten, schrieb das Eisenbahn-Magazin treffend: "Abschied von den Bergen".
Tatsächlich fuhren im Ruhrgebiet und im Emsland noch ein gutes Jahr länger Züge mit Dampfloks. Doch so spektakuläre und schöne Strecken ohne Oberleitung und mit Formsignalen und Telegrafenmasten - das gab es danach nicht mehr. Für etliche Dampflokfreunde war tatsächlich Ende Mai 1976 das gefühlte Ende einer großen Ära.
Michael Seibold fragte mich vor ein paar Tagen, ob ich auch im letzten Zug gesessen hätte. Einem Güterzug wurde ein Personenwagen angehängt. Das wollte ich mir nicht antun, ich hatte eine tolle Zeit vorher, da ich mit dem Fahrrad problemlos an die Strecke kam, Altenbeken und Ottbergen lagen in Schlagweite.
Hier sind ein paar Eindrücke von dem, was verlorengegangen ist:
Am 26. Mai verläßt 044 360 Altenbeken mit einem Güterzug Richtung Ottbergen. Das Wetter war scheinbar dem Dampf-Abschied angemessen. Am selben Tag hielt sich auch die 050 446 aus Lehrte mit Bauzug-Diensten in Altenbeken auf. Und der extra für den Tag hergerichtete doppelbespannte Dg53842 kam pudelnaß in Altenbeken an.Die Zuglok hatte man mit ihrer alten Nummer 44 1535 versehen,aber außer mir nahm bei dem Wetter wohl niemand in Altenbeken Notiz.
Diese Aufnahme entstand schon im April 1976, ein Güterzug verläßt Ottbergen Richtung Harzvorland.
Der nachmittägliche Höhepunkt für Eisenbahnfreunde war der besagte Dg53842, der für einige Wochen ab Ottbergen mit Vorspann gefahren wurde. Ein würdiges Spektakel.
Bei Hembsen kommt ein Güterzug aus Altenbeken entgegen.
Am Reelsener Tunnel bei Bad Driburg ist am 25.5. 1976 der Dg53842 unterwegs. Das war die letzte Doppelbespannung mit 44ern bei gutem Wetter. Der nächste Tag war ja verregnet, der Tag darauf war Feiertag und am 28. Mai fuhr dieser Zug mit einer Lok bespannt.Natürlich hatte ich auch meinen Cassettenrecorder dabei, aber da der Zug ja sonst nur mit einer Lok gezogen werden konnte, war die Akustik eher unspektakulär.
Dies ist der Zug am 28.Mai und so wollte ich es für mich in Erinnerung halten. Den besagten "Güterzug mit Personenbeförderung" habe ich mir erspart.
Ich hoffe es hat halbwegs gefallen, Euch allen einen schönen Abend.
Michael
nun sind es 50 Jahre her, seit im Weserbergland keine Dampfloks mehr fahren. Nachdem zum Ende des Winterfahrplans 1975/76 die Bahnbetriebswerke Ottbergen und Lehrte ihren Dampfbetrieb einstellten, schrieb das Eisenbahn-Magazin treffend: "Abschied von den Bergen".
Tatsächlich fuhren im Ruhrgebiet und im Emsland noch ein gutes Jahr länger Züge mit Dampfloks. Doch so spektakuläre und schöne Strecken ohne Oberleitung und mit Formsignalen und Telegrafenmasten - das gab es danach nicht mehr. Für etliche Dampflokfreunde war tatsächlich Ende Mai 1976 das gefühlte Ende einer großen Ära.
Michael Seibold fragte mich vor ein paar Tagen, ob ich auch im letzten Zug gesessen hätte. Einem Güterzug wurde ein Personenwagen angehängt. Das wollte ich mir nicht antun, ich hatte eine tolle Zeit vorher, da ich mit dem Fahrrad problemlos an die Strecke kam, Altenbeken und Ottbergen lagen in Schlagweite.
Hier sind ein paar Eindrücke von dem, was verlorengegangen ist:
Am 26. Mai verläßt 044 360 Altenbeken mit einem Güterzug Richtung Ottbergen. Das Wetter war scheinbar dem Dampf-Abschied angemessen. Am selben Tag hielt sich auch die 050 446 aus Lehrte mit Bauzug-Diensten in Altenbeken auf. Und der extra für den Tag hergerichtete doppelbespannte Dg53842 kam pudelnaß in Altenbeken an.Die Zuglok hatte man mit ihrer alten Nummer 44 1535 versehen,aber außer mir nahm bei dem Wetter wohl niemand in Altenbeken Notiz.
Diese Aufnahme entstand schon im April 1976, ein Güterzug verläßt Ottbergen Richtung Harzvorland.
Der nachmittägliche Höhepunkt für Eisenbahnfreunde war der besagte Dg53842, der für einige Wochen ab Ottbergen mit Vorspann gefahren wurde. Ein würdiges Spektakel.
Bei Hembsen kommt ein Güterzug aus Altenbeken entgegen.
Am Reelsener Tunnel bei Bad Driburg ist am 25.5. 1976 der Dg53842 unterwegs. Das war die letzte Doppelbespannung mit 44ern bei gutem Wetter. Der nächste Tag war ja verregnet, der Tag darauf war Feiertag und am 28. Mai fuhr dieser Zug mit einer Lok bespannt.Natürlich hatte ich auch meinen Cassettenrecorder dabei, aber da der Zug ja sonst nur mit einer Lok gezogen werden konnte, war die Akustik eher unspektakulär.
Dies ist der Zug am 28.Mai und so wollte ich es für mich in Erinnerung halten. Den besagten "Güterzug mit Personenbeförderung" habe ich mir erspart.
Ich hoffe es hat halbwegs gefallen, Euch allen einen schönen Abend.
Michael
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eXact Modellbau
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Re: Vor 50 Jahren - Dampf in Altenbeken und Ottbergen
Ist die Strecke über Altenbeken eine definierte Güterzugmagistrale, oder ist das ein Engpass, wo alles durch musste? Also mit verschiedenen Anfangs- und Endpunkten.
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Michael Bahls
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Re: Vor 50 Jahren - Dampf in Altenbeken und Ottbergen
Hallo,
vom Ruhrgebiet nach Osten und umgekehrt ging es im Wesentlichen über Minden - Hannover oder über Altenbeken. Die Strecke von Altenbeken Richtung Nordhausen hat sich schon früh zu einer wichtigen Güterverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem Raum Thüringen/Sachsen gebildet. Deshalb hatte man in Ottbergen auch immer die stärksten Güterzugloks stationiert, also die pr. G12/ BR 58 und sofort als sie verfügbar waren, die ersten Serien-44er. 44 020, also eine der Ersten, war ihr ganzes Leben lang, bis auf ein paar Monate, immer in Ottbergen stationiert.
Ohne den Krieg und den Langrohrkessel hätte Ottbergen oder ein benachbartes Bw sicher auch die stärkste Lok, also die 45 erhalten. Nach der Teilung ließ der Verkehr zwar etwas nach, aber blieb immer noch bedeutend. Durch die Teilung änderte sich im Westen der Verkehr weg von der zentralen Berlin-Ausrichtung hin zu Nord-Süd; das betraf Altenbeken - Northeim weniger, auch der Güterverkehr zwischen Ost und West fand weiterhin statt. Insbesondere Hannover - Würzburg war ein Nadelöhr geworden, sodaß z.B. Hannover - Altenbeken - Kassel als Umleiter- und Entlastungsstrecken genutzt wurden; Altenbeken - Northeim (-Nordhausen) weniger. Um dampfgeführte Güterzüge zu sehen, mußte man sich in den 70ern nur an die Strecke stellen. Nachmittags nach der Schule 20km nach Reelsen zum Tunnel gefahren, waren drei bis vier Güterzüge immer drin.
Viele Grüße,
Michael
vom Ruhrgebiet nach Osten und umgekehrt ging es im Wesentlichen über Minden - Hannover oder über Altenbeken. Die Strecke von Altenbeken Richtung Nordhausen hat sich schon früh zu einer wichtigen Güterverbindung zwischen dem Ruhrgebiet und dem Raum Thüringen/Sachsen gebildet. Deshalb hatte man in Ottbergen auch immer die stärksten Güterzugloks stationiert, also die pr. G12/ BR 58 und sofort als sie verfügbar waren, die ersten Serien-44er. 44 020, also eine der Ersten, war ihr ganzes Leben lang, bis auf ein paar Monate, immer in Ottbergen stationiert.
Ohne den Krieg und den Langrohrkessel hätte Ottbergen oder ein benachbartes Bw sicher auch die stärkste Lok, also die 45 erhalten. Nach der Teilung ließ der Verkehr zwar etwas nach, aber blieb immer noch bedeutend. Durch die Teilung änderte sich im Westen der Verkehr weg von der zentralen Berlin-Ausrichtung hin zu Nord-Süd; das betraf Altenbeken - Northeim weniger, auch der Güterverkehr zwischen Ost und West fand weiterhin statt. Insbesondere Hannover - Würzburg war ein Nadelöhr geworden, sodaß z.B. Hannover - Altenbeken - Kassel als Umleiter- und Entlastungsstrecken genutzt wurden; Altenbeken - Northeim (-Nordhausen) weniger. Um dampfgeführte Güterzüge zu sehen, mußte man sich in den 70ern nur an die Strecke stellen. Nachmittags nach der Schule 20km nach Reelsen zum Tunnel gefahren, waren drei bis vier Güterzüge immer drin.
Viele Grüße,
Michael
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Miniclubliebhaber
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Re: Vor 50 Jahren - Dampf in Altenbeken und Ottbergen
Schöne Bilder! Und der gelb-grüne Käfer war Deiner?
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Michael Bahls
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Re: Vor 50 Jahren - Dampf in Altenbeken und Ottbergen
Nein!Miniclubliebhaber hat geschrieben: Mo 1. Jun 2026, 09:46 Schöne Bilder! Und der gelb-grüne Käfer war Deiner?
Das weiße Klapprad mit den roten Rädern und der gelben Tasche...
Siehe auch hier:
Ein Schotterzug am 24.Mai 1976. Die 067 war eine der vier "Starloks" des Bw Ottbergen wegen der Schürze. Eine davon, 044 672, hatte sogar noch die vorne liegenden Pumpen. Die ist mir aber immer entfleucht..
Viele Grüße,
Michael
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BlueYellow
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Re: Vor 50 Jahren - Dampf in Altenbeken und Ottbergen
Vielen Dank Michael fürs Teilen dieser wunderschönen Bilder 
Sehr beeindruckend. Und dank der Modellbundesbahn, die ich am Freitag vor unserem Z Treffen noch besuchen konnte, bilde ich mir ein, eine noch besser Vorstellung von damals zu haben.
Es muss schon beeindruckend gewesen sein, wenn man die Dampfloks noch so erleben durfte.
Sehr beeindruckend. Und dank der Modellbundesbahn, die ich am Freitag vor unserem Z Treffen noch besuchen konnte, bilde ich mir ein, eine noch besser Vorstellung von damals zu haben.
Es muss schon beeindruckend gewesen sein, wenn man die Dampfloks noch so erleben durfte.
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Michael Bahls
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Re: Vor 50 Jahren - Dampf in Altenbeken und Ottbergen
Das merkwürdigste war das Gefühl, daß plötzlich Etwas was schon immer da war, einfach weg war. Natürlich machte ich mich am Wochenende nach dem offiziellen Dampf-Ende auf nach Ottbergen und Lehrte um es selber zu sehen.BlueYellow hat geschrieben: Mo 1. Jun 2026, 13:43
Es muss schon beeindruckend gewesen sein, wenn man die Dampfloks noch so erleben durfte.
Zunächst möchte ich zwei Bilder der 050 446 vom 26.Mai 1976 nachreichen, die ihre letzten Dienste in Altenbeken verbrachte.
Hier noch fleißig am Bahnsteig in Bauzugdiensten
Hier wird sie wohl zum letzten Mal im Bw Altenbeken aufgerüstet. In ihr Heimat-Bw Lehrte kam sie nicht mehr; sie wurde später in Ottbergen verschrottet. Sie war neben 051 342 (diese mit Normal-Tender) eine der letzten beiden 50er mit Schürze.
Am 7.6.76, also "morgen vor 50 Jahren", standen alle Loks in Lehrte still, es war fast schon etwas gespenstisch, wo in dieser großen Dienststelle sonst überall Bewegung stattfand.
Nur fast versteckt im Rechteckschuppen stand 050 413 tatsächlich noch unter Dampf.
Tags drauf in Ottbergen standen zwei lange Reihen Dampfloks, die noch eine kurze Verlängerung erhalten sollten, da sie nach Gelsenkirchen-Bismarck (044) und Duisburg-Wedau (050) umbeheimatet wurden. Man konnte deutlich am Pflegezustand erkennen, welche Loks nach Ottbergen und welche nach Lehrte gehörten. Die Ottberger haben ihre Loks bis zum letzten Tag gepflegt.
Stattdessen wurden in Ottbergen jetzt Loks verschrottet.
Neben den eigenen Loks fanden auch Loks ihr Ende, die sich noch in der Umgegend befunden hatten. Dies ist wohl die letzte Aufnahme einer DB-57er. Sie hatte sich noch als Heizlok in Göttingen befunden, ebenso wie eine Neubaukessel-01.
Die beiden Loks waren schon im Mai angeliefert worden und es waren die letzten ihrer Art die noch bei der DB vorhanden waren. Eine weitere Neubaukessel-01 aus Göttingen, 01 164, ist erhalten geblieben.
Einige 44er und 50er die in Ottbergen standen, habe ich dann tatsächlich in Duisburg und Gelsenkirchen wiedergetroffen; sie liefen dann bis Februar 1977 in Duisburg und Ende Mai 1977 von Gelsenkirchen aus. Die 051 724 aus Lehrte war m.W. die letzte eingesetzte 50er der DB; sie ist erhalten geblieben und befindet sich seit einigen Jahren in Ludger Guttweins Sammlung im Altenbekener Lokschuppen.
Euch ein schönes Wochenende,
Michael
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Re: Vor 50 Jahren - Dampf in Altenbeken und Ottbergen
Tolle Bilder und es kommt immer Wehmut hoch, wenn man an diese noch selbst erlebten Zeiten denkt mit ihrer mechanischten Technik. Sieht man heute doch nur noch die stromlinienförmigen (manchmal windschlüpfrigen) Blechkleider der modernen Loks.
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DiRo
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Re: Vor 50 Jahren - Dampf in Altenbeken und Ottbergen
Das war ja der Grund, viel zu wartungsintensiv und immer mit 2 Personen besetzt = viel zu teuer.Miniclubliebhaber hat geschrieben: Sa 6. Jun 2026, 09:33 Tolle Bilder und es kommt immer Wehmut hoch, wenn man an diese noch selbst erlebten Zeiten denkt mit ihrer mechanischten Technik. Sieht man heute doch nur noch die stromlinienförmigen (manchmal windschlüpfrigen) Blechkleider der modernen Loks.
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Harald Hieber
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Re: Vor 50 Jahren - Dampf in Altenbeken und Ottbergen
Hallo Michael,
Danke für die schönen Bilder. Besonders die letzten sehr morbide Bilder sind ganz besonders - auch wenn sie etwas wehmütig machen.
Danke für die schönen Bilder. Besonders die letzten sehr morbide Bilder sind ganz besonders - auch wenn sie etwas wehmütig machen.