Erfahrungen mit JLC3DP

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Moderator: Harald

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maxfly95
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Erfahrungen mit JLC3DP

Beitrag von maxfly95 »

Moin,
nachdem ich vor einiger Zeit hier nach JLC gefragt habe, hier meine Erfarungen. Vielleicht spart das dem einen oder anderen unnötige Arbeit, der dort fertigen lassen möchte.
1)Kleinteile
Mein erster Ansatz war, wie ich es auch in anderen Foren gelesen hatte, dort ein viele Kleinteile fertigen zu lassen und diese in einer Datei schon mit Stützen zusammenzufassen. Obwohl die STL ein geschlossenes Netz war (also im Grunde ein einzelnes großes Teil) kam bei JLC die Fehlermeldung, es dürfen maximal 10 Teile in einem Druckauftrag vorhanden sein.
Screenshot 2026-02-19 154841.png
Ok, also neue STLs gemacht mit maximal 10 Teilen und wieder hochgeladen. Dann die nächste Fehlermeldung: Man solle nicht bereits gestützte Teile hochladen, da sie diese nach dem Druck nicht mehr entfernen könnten, die Stützen würden direkt von JLC gemacht. Ich habe dann zurückgeschrieben und gesagt, dass es für mich kein Problem wäre, die Stüzen selbst im nachhinein zu zu entfernen, aber JLC ließ sich nicht darauf ein. Damit fielen eine Reihe von 3d.Modellen weg, die ich eigentlich drucken wollte, da diese ohne Stützen die minimale Größe von Teilen bei JLC unterschritten.
Von JLC wurde dann auf den Leitfaden mehrere Teile in einem Auftrag verwiesen. Man kann nämlich mehrer Teile in einer STL zusammenfassen, wenn diese über Stege, ähnlich Spritzgussästen verbunden sind. Diese müssen eine Stärke von 1,5mm haben wenn diese bei dem Produktionsprozess getrennt werden dürfen und 3mm wenn sie halten sollen. Also habe ich mit den noch verbliebenen in Frage kommenten Teilen eine neue STL erstellt. Diese wurde von JLC dann akzeptiert:
Screenshot 2026-02-19 155631.png
2)Autos
Aus diversen Vorlagen und u.a- auch aus Ki-Erzeugten Modellen ging es an die Autos. Daraus aber druckbare Volumenmodelle zu machen war doch sehr aufwendig und da das Bearbeiten von Netzkörpern nicht zu meine Lieblingsaufgaben gehört, sahen die STLs, sagen wir "wild" aus. Bei JLC kam es zu Problemen. Es stellte sich raus, dass in den STLs aus den Vorlagen mehrere Fehler wie invertierte Flächen etc. waren. Fusion360, 3d-Builder und Chitobox sind da sehr tolerant, aber JLC hat strengere Anforderungen an eine Datei. Schließlich brauchte es die Programme Meshmixer und Netfabb um die STLs in einen "sauberen Zustand" zu bringen. Als ich dachte, nun passt aber alles kam einen Tag später eine weitere Mail von JLC: Auf den Automodellen waren die Firmenlogos der Autohersteller. Die sind zwar nach dem Druck so klein und nicht mehr erkennbar, aber ich möge doch die Berechtigung nachweisen die Logos nutzen zu dürfen, oder sie anderfalls entfernen. Also wieder an den Rechner, die Logos entfernt und die Dateien erneut hochgeladen:
Screenshot 2026-02-19 163823.png
Screenshot 2026-02-19 163853.png
Und noch ein Punkt, Dateien, die bei JLC hochgeladen werden dürfen maximal 100MB groß sein. Bei den meisten ist das kein Problem, bei den zusammengefassten Autos mit den riesigen Netzkörpern aber schon. Hier musste bei einigen Fahrzeugen die Qualität bzw die Anzahl der Punkte reduziert werden.
3)Inneneinrichtung
Zu guter Letzt sollten Inneneinrichtungen von Thorsten gedruckt werden. Auch diese wurden über Stege miteinander verbunden, mittlerweile wusste man ja wie es geht und JLC hatte nichts zu meckern:
Screenshot 2026-02-19 164821.png
Insgesamt war es sehr viel Arbeit, bis alle Dateien so waren, dass JLC damit zurecht kam. Aber gerade bei kleinen Teilen lohnt es sich sie über Stegverbindungen mit anderen Teilen zusammenzufassen. Man zahlt sonst einen Mindestbetrag (geht je nach Harz bei 31Cent los) für jedes Teil, dass eine gewisse Größe unterschreitet und es ist vermutlich auch für das Handling der Mitarbeiter besser, wenn sie nicht jedes Kleinteil einzeln machen müssen.
Achse
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Re: Erfahrungen mit JLC3DP

Beitrag von Achse »

Das kommt mir aber von Shapeways sehr bekannt vor, nur dass es vor Jahren nicht immer möglich war, Fehler wie offene Körper oder invertierte Flächen mit deren Tools oder mit Netfabb zu beseitigen. Das betrifft sowohl die Fehlermeldungen als auch die Mails, die es ja auch bei Rolfs Platinen gab. Print-it-anyway macht schon Sinn, um zu Potte zu kommen.

Stege von 3mm sprechen für einen noch raueren Umgang als bei Shapeways, wo die Hälfte genügte. Wie man Kleinteile von 3mm-Stegen zerstörungsfrei trennen soll, erschließt sich mir nicht.
maxfly95
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Re: Erfahrungen mit JLC3DP

Beitrag von maxfly95 »

Als nächstes wurde die Bestellung aufgegeben. Da alle Teile JLC nach zu filigran waren musste noch die Bestätigung gegeben werden, dass man das Risiko für mögliche Beschädigungen an den Teilen übernimmt.
Die Dateien sollten testweise in Black Resin und CBY Resin gedruckt werden, einmal mit und einmal ohne Nachbearbeitung/Sanden.
Als Versand wurde Europacket gewählt. Die Fertigung dauerte gut vier Werktage, nach dem Versand waren die Sachen gut drei Tage später in Deutschland, lagen dann beim Zoll und waren nach knapp zwei weiteren Wochen hier.

Beim Aufmachen des Packetes kam einem direkt der typische Harzgeruch entgegen, den man auch vom eigenen Resindrucker kennt.
Die Teile waren mit viel Luftpolsterfolie verpackt und nach dem jeweiligen Harz beschriftet. Welche Teile nachbearbeitet wurden und welche nicht steht nicht drauf. Insgesamt sind die Teile aus BlackResin besser geworden als die CBY. Vermutlich die Nachbearbeiteten Teile sind geölt, die Oberfläch ist aber kaum glatter als nicht nachbearbeitet. Bei den Groben Teilen, wie den Autos, würde ich in Zukunft auf die Nachbearbeitung verzichten, bei den filigraneren Teilen sehen die Nachbearbeiteten etwas besser aus. Beachtlich ist auch, dass z.B. bei den Autos die Seitenspiegel oder bei den Altglascontainern die Öse zum heben mit gedruckt wurde.
20260219_150547.jpg
20260219_150552(0).jpg
20260219_150559.jpg
20260219_150604.jpg
20260219_150613.jpg
Vor dem Lackieren müssen die Teile erst entfettet werden, ich werde wohl ein Spiritusbad verwenden. Interessant wird, ob das Material das übersteht.
Erstmal bis hier hin
lg Max
maxfly95
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Re: Erfahrungen mit JLC3DP

Beitrag von maxfly95 »

Und weiter gehts:
Bei genauerem Hinsehen waren die Teile in Blackresin ohne Nachbearbeitung doch nicht so gut, teils unbrauchbar. Komisch, eigentlich hätte man erwartet, dass durch einen Schritt weniger Handling nach der Produktion das Risiko für Abbrüche sinken solte? Wie oben beschrieben sind die Nachbearbeiteten warum auch immer eingeölt. Das Entfernen des Öls hat leider nicht 100Prozent funktioniert. Weder Ultraschallbad mit Spiritus, Waschbenzin oder Iso mit anschließenden Reinigen unter Druckluft ging. Es blieben immer minimale ölige Stellen, die sich später dann auch wieder verteilt haben. Ich habe trotzdem eine Charge grundiert und lackiert. Bis jetzt hat die Farbe gehalten, hoffentlich bleibt das so.
Und noch was, die Verbindungsstege sollten in Zukunft eher dünner gemacht werden. Entgegen der Erwartungen ist das Resin so stabil, dass man beim Entfernen der Stege Gefahr läuft die Druckteile zu beschädigen. Letztlich musste der Dremel ran.
Hier die Ausbeute:
20260222_143631_.jpg
20260222_155456.jpg
lg Max
ubiminor
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Re: Erfahrungen mit JLC3DP

Beitrag von ubiminor »

Thanks maxfly95 for your account. I really appreciate your effort. I have also tried out JLC3DP and here is my account. Apologies for the length but it reflects a month of activities.

Motivation
  1. After having investigated the quality of the Mimaki color process and found it not convincing, I wanted to try the JCLP3D 'white jet' full color process.
  2. I need to find a service that can print my models in transparent resin in sufficient numbers.
  3. 3) I want to find a cheaper alternative to the metal jet-binding process of Shapeways
Actions
    • I produced a color 3D STEP model for the FS Aln668 railcar;
    • I uploaded it to the JLC3DP service and it showed in their viewer in full color as expected. I committed to the print;
    • Few hours later I was contacted by email with a message that said that the model had no color in it. I was pointed to a web text that clarified which were the allowed formats (OBJ+MTL, 3MF, PLY);
    • After some interaction through email, I was given the opportunity to change the file with one of the format recommended;
    • I tried the first format (OBJ+MTL), I verified through independent web service that it showed in color, I uploaded the file and I received a cryptic error message;
    • after some lengthy iteration with the chat system I discovered that the system required a specific way of coloring the objects (texture);
    • I tried this format variation , I verified through independent web service that it showed in color, I uploaded the file and I received a cryptic error message;
    • after some lengthy iteration with the chat system I found that the there was even more specificity to the format;
    • I tried this format variation , I verified through independent web service that it showed in color, I uploaded the file and it showed in the JCLC3DP viewer, but with no colors.
    • with some difficulty I produced a new format (3MF) and I verified through independent web service that it showed in color, I uploaded the file and it showed in the JCLC3DP viewer, but with no colors;
    • after some iteration with the chat, no explanation could be found;
    • after studying the 3MF format I have produced several versions of the same file with possible variation of the way the color is applied; same result;
    • I have given up
    • I produced a 3D model of the DR VT2.09 schienenbus;
    • I uploaded it to the JLC3DP service and it showed in their viewer OK. I committed to the print with the option of printing it flat;
    • Few hours later I was contacted by email with a message saying that printing flat would be a problem (delamination);
    • it followed a long email conversation (more than 10 messages);
    • eventually we agreed that I would print 4 models according to JCL3DP preferred orientation and 4 models in flat (I would take allthe risk of failure); I also ordered 4 chassis in black resin;
    • about a week later I received a message saying that the delivery would be delayed as there were issues in printing the models;
    • I produced the model of the D341 chassis, two halves with connecting sprues, uploaded with no problem, committed for the print;
    • few hours later I was contacted by email with a message that said that printing models with sprues was not allowed;
    • I split the model in two halves, uploaded and committed;
Results
  1. No result yet. I will investigate further the format issue when I have recovered from the exhausting iteration
  2. I received the 8 shells and 4 chassis.
    A. All models delivered
    A. All models delivered
    Eventually, all shells have been printed according to JCL3DP orientation. They show growth lines a bit thicker than expected and as expected the 2 sides are different
    a. shell printed: one side
    a. shell printed: one side
    b. shell printed: other side
    b. shell printed: other side
    The chassis appears very good
    c. chassis printed
    c. chassis printed
    Shell and chassis fit very well.
    d. shell and chassis fitting well
    d. shell and chassis fitting well
    Due to the thicker growth lines and to the asymmetric appearance, the high-clear resin treatment yields results not as good as I can have at home.
    e. shell printed treated with high clear resin: one side
    e. shell printed treated with high clear resin: one side
    f: shell printed treated with high clear resin: other side
    f: shell printed treated with high clear resin: other side
  3. The metal chassis is fantastic, as good as shapeways but at a fraction of the cost
    g. the metal chassis
    g. the metal chassis
Conclusions
  • the JCL3DP customer service is incredibly attentive. They probably lost a lot of money on my order, just for the tens and tens of email and chat exchanges.
  • prices are EXTREMELY convenient
  • printing quality is less than I can have at home. But it is certainly good
  • for metal printing they cannot be beaten
  • I have 8 shells and 4 chassis of the DR VT2.09 'Ferkeltaxi' I need to get rid of. 4 Euros each for anybody interested.
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